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Eröffnung der Sozialen Gruppe

 
 

Eröffnungsveranstaltung “Soziale Gruppe” mit dem Stadtrat, Herrn Davids

Schule ist einem steten Wandel unterworfen. Wenn man heute an die eigene Schulzeit zurückdenkt, dann passen viele Elemente nicht mehr in das heutige Bild. Die Welt der Kinder hat sich verändert. Sie war nicht multimedial und trotz oder wegen mangelnder materieller Möglichkeiten sehr auf Kreativität und Phantasie ausgelegt.

Die Veränderungen bedeuten, dass sich das Kollegium der Heinrich-Seidel-Grundschule auf eine sehr heterogene Schülerschaft einstellen muss. Ein großer Teil unserer Schülerinnen und Schüler der Schulanfangsphase kommt sehr jung in die Schule. Oft bietet ihr Umfeld keine ausreichenden Voraussetzungen für eine Anregungskultur, die jedes Kind benötigt, um sich erfolgreich entwickeln zu können.

An der Heinrich-Seidel-Grundschule funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeiter, Lotsin des Jugendamtes und Integrationserziehern hervorragend. Sie stellten fest, dass es eine übergroße Zahl an Kindern, vor allem in den dritten und zum Teil auch noch vierten Klassen gibt, die einen starken Hilfebedarf im Bereich ihrer sozial-emotionalen Entwicklung haben. Wie sollten jedoch Hilfsmaßnahmen bei diesen Kindern installiert werden, wenn sie doch täglich mindestens von 8.00 – 16.00 Uhr an der Schule sind? Sicher, es gibt Möglichkeiten, diese Kinder in soziale Gruppen im Umkreis der Schule zu schicken, doch reißt man sie da nicht aus ihrem gewohnten Umfeld einfach heraus? Wäre es nicht besser, die Schule als einen wichtigen Lebensort mit einzubeziehen?

Es entstand die Idee, ein Modellprojekt an der Heinrich-Seidel-Grundschule in Kooperation mit der Jugendhilfe und einem freien Träger der Jugendhilfe aufzubauen. Die Lehrkräfte der Schule standen der Idee offen gegenüber und wurden von Anfang an in die Überlegungen mit einbezogen. Ihre klugen Gedanken, aber auch das Aufzeigen von Stolperstellen, das Fachwissen der Mitarbeiter des Jugendamtes und der tjfbg machten das Konzept schließlich rund.

Worum geht es in der Sozialen Gruppe?

Schülerinnen und Schüler, die anscheinend keine Perspektive haben, soziale Probleme und geringe Erfahrungen in positiven Gruppenprozessen erleben und darum Konflikte gewalttätig austragen, aber auch in sich gekehrt und stark gehemmt sind, sind benachteiligt und haben eine geringe Chance, einen vernünftigen Bildungsabschluss zu erreichen. Sie sind oft die Kinder mit den größten schulischen Leistungsschwierigkeiten. Stärken wir die soziale Kompetenz, stärken wir auch den Leistungswillen der Schülerinnen und Schüler. Mit der Sozialen Gruppe wollen wir diese Kinder erreichen.

Seit 2008 arbeiten wir nun an der Schule erfolgreich mit der Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) zusammen. Wir kooperieren mit einem leistungsstarken Träger der Jugendhilfe, der es verstanden hat, der Schule ihren Freiraum zu geben, der sich in das das Konzept der Schule einbindet, der aber jederzeit ein zuverlässiger, kreativer Ansprechpartner ist.

Für das Vertrauen des Jugendamtes in unsere Schule bedanken wir uns ebenfalls und auch dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen der Schule das Projekt so toll unterstützen und begleiten.

Mein Dank gilt auch der Schulaufsicht. Die Arbeit am Standort Heinrich-Seidel-Grundschule erfordert ein großes Maß an Professionalität. Die Schulaufsicht unterstützt uns in unserer Arbeit und lässt uns ebenfalls einen großen Spielraum, die Schule zu gestalten.

Cornelia Flader,
Schulleiterin